In 29 Stunden über die Alpen

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210 Kilometer und 10.500 Höhenmeter nonstop. In einem Rutsch auf Tourenski von Ruhpolding in Deutschland über das Salzburger Land in Österreich bis nach Kasern im italienischen Südtirol. So lauteten die groben Eckpfeiler des jüngsten Mammut-Projekts von Extremsportler Benedikt Böhm. Nachdem er die Alpen bereits 2006 zusammen mit fünf Kollegen in Rekordzeit von nur zweieinhalb Tagen überquert hatte, wollte er die Strecke diesmal in einem Zug in Angriff nehmen. Zusätzlich sollte das Projekt einem guten Zweck gewidmet sein.

Der Startschuss für die „Speed-Transalp – Nonstop“ fiel am 09. März um sechs Uhr morgens im bayerischen Ruhpolding. Über den Alpenhauptkamm ging es für Böhm in acht Etappen und mit der Überquerung zweier Landesgrenzen nach Kasern im Südtiroler Ahrntal.

Benedikt Böhm

Benedikt Böhm

Der Geschäftsführer des Outdoor-Ausrüsters Dynafit gehört zu den erfahrensten Extremsportlern seines Fachs und betreibt seit seinem elften Lebensjahr Leistungssport. Er war Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft im Skibergsteigen und belegte Platz 2 beim weltgrößten Skitourenrennen, der „Patrouillie des Glaciers“. Daneben bezwang er bei diversen Speed-Ski-Expeditionen zahlreiche 8000er und stellte Geschwindigkeitsrekorde im Höhenskibergsteigen auf. Seit neuestem fungiert “Beni“ Böhm als Markenbotschafter für den britischen Geländewagenhersteller Land Rover.

An den Orten Seegatterl, Lofer, Hochfilzen, Hinterglemm, Jochberg, Neukirchen und Krimml waren Versorgungsposten und Materialstationen eingerichtet, bei denen sich der Speed-Bergsteiger kurz aufwärmen, umziehen und verpflegen konnte. Um ein zügiges Vorankommen zu gewährleisten, hatte ein sechsköpfiger Spurtrupp an den Tagen zuvor eine durchgehende Skispur angelegt und die komplette Strecke markiert.

Während des Projekts waren jeweils zwei erfahrene Bergführer an Böhms Seite, um für seine Sicherheit zu sorgen und im Ernstfall eingreifen zu können. Das war jedoch zu keinem Zeitpunkt notwendig. Böhm erreichte am Sonntag, den 10. März um 10.45 Uhr, erschöpft und übermüdet, aber glücklich über seine Leistung, das Bergdorf Kasern.

„Ein großes Dankeschön an mein gesamtes Team für den Support und die Spurarbeit. Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen. Danke auch an alle, die die Aktion mitverfolgt und unterstützt haben. Es freut mich sehr, dass wir mit dem sportlichen Projekt auch einen Beitrag für den guten Zweck leisten können und ein schöner Betrag für die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer zusammengekommen ist.“

Für die anspruchsvolle Strecke benötigte er damit 28 Stunden und 45 Minuten – ein beispielloser Erfolg und eine sportliche Höchstleistung auf Tourenski, die den erfahrenen Speed-Bergsteiger an seine Grenzen brachte.

„Die Speed-Transalp war eine unbeschreibliche Erfahrung für mich. Ich bin vollkommen am Ende, meine Füße schmerzen und mein ganzer Körper ist ausgepowert. Ich kann es kaum erwarten, mich ins Bett zu legen. Gleichzeitig bin ich aber auch unfassbar glücklich, dass ich es geschafft habe“.